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Matcha Madness: Was ist dran am Hype?

Matcha Hype

Wenn man von Matcha spricht, dauert es oftmals nur eine Millisekunde bis man entweder in rollende Augen, plötzlich entstehende Stirnfalten oder – ab und zu – in ein vor Begeisterung strahlendes Gesicht seines Gesprächspartners blickt.

Ein lustiges Phänomen mit diesen Superfoods.

Vor drei Jahren stolperte ich auf der Suche nach gutem Grüntee erstmals bewusst über Matcha und konnte damit noch nicht sonderlich viel anfangen. Mittlerweile (Superfood-Hype sei Dank!) findet man den gemahlenen Grüntee allerdings auch auf immer mehr Zutatenlisten von Müslis, Schokoladen oder Säften. Dabei zieht auf den ersten Blick weniger Matcha als Zutat, sondern vielmehr dessen Farbe unsere Aufmerksamkeit auf sich. Grün – so knallig, das wir es kurzerhand als unnatürlich und ungesund einstufen würden. Tatsächlich ist es aber eins der gesündesten Lebensmittel dieser Erde – Neu“deutsch“: ein Superfood eben.

Matcha Zubereitung

Gib Matcha eine Chance

Matcha war – wie bei den meisten – auch bei mir nicht Liebe auf den ersten Blick Schluck. Auch nicht auf den zweiten. Aber wenn wir uns beispielsweise an unsere erste Tasse Kaffee zurück erinnern, dann war sie das ja auch nicht. Trotzdem steuert mittlerweile fast jeder von uns früh morgens zuerst mit dem Zeigefinger wünschelrutenartig in Richtung Knopf der Kaffeemaschine. Nicht nur, weil er uns besser in die Gänge bringt, sondern eben auch, weil er schmeckt.
Nachdem mein Kaffeekonsum in den letzten Monaten jedoch in exorbitante Höhen geschossen ist, da der Weg zur Kaffeemaschine im Homeoffice schlicht kürzer ist als vom Hörsaal zum Bäcker und ich mich daraufhin in einer ständigen auf- und abfallenden Konzentrations- und Leistungskurve wiederfand, gab ich Matcha noch eine letzte Chance. Ein Tee, der bei buddhistischen Mönchen bereits vor über 800 Jahren für einen klaren und wachen Geist sorgte, könnte auch 2016 noch den gleichen Effekt erzielen.

Um es kurz zu machen: sorry für all die hübschen Tassenfotos mit dem grün-weißen Milchschaum und dem Quell der Begeisterung auf meinem Instagram-Kanal in letzter Zeit. Am vergangenen Wochenende schummelten sich zudem noch grüne Cocktails und Kekse ins Bild, versehen mit dem Hashtag #matchaday16. Passend zu meinem Herantasten an das grüne Trendgetränk erhielt ich nämlich zeitgleich eine Einladung zum Matcha-Workshop in Berlin. Gemeinsam mit knapp zwei Dutzend anderen Bloggern aus ganz Deutschland lernte ich also vergangenes Wochenende alles rund um das edle Pulver – aus erster Hand vom Matcha-Produzenten aiya in den unglaublich schicken Büroräumen des sisterMags.

Grund genug, dieses Wissen und eingefangene Momente vom Matcha Day mit euch zu teilen!
Mehr vom Matcha-Workshop erfahrt ihr übrigens auch in der kommenden digitalen Ausgabe (Ende Februar) des sisterMags.

#MatchaDay16

Ein (Workshop-)Tag beginnt natürlich mit einem ausgiebigen Frühstück, um genügend Energie zu tanken. So auch in Berlin. Wach, gesättigt und Grün eingestimmt konnte es also los gehen.

Was ist das Besondere an Matcha?

Matcha ist ein besonders hochwertiger, gemahlener Grüntee aus Japan. Im Gegensatz zu gewöhnlichem Grüntee werden die Teepflanzen zwei bis vier Wochen vor der Ernte mit dunklen Netzen abgedeckt. Dadurch produziert die Pflanze besonders viel Chlorophyll und Aminosäuren, die dem Tee den späteren einzigartigen, leicht süßlichen Geschmack und dessen besonders intensive grüne Farbe verleihen. Geerntet werden nur die obersten, jungen Blätter, die anschließend mit heißem Wasser gedämpft werden um das Blatt frisch zu halten. Nach der Trocknung werden die Blätter von Stängeln getrennt und das reine Blatt geschnitten. In Granitsteinmühlen werden dann die Blätter zu Pulver gemahlen – dem Matcha. Eine handelsübliche Matcha-Dose enthält 30g  (ergibt etwa 30 Tassen Matcha-Tee) – in etwa so viel, wie eine Mühle innerhalb einer Stunde mahlt.

Nicht nur, dass Matcha also noch von Hand produziert wird, auch seine Inhaltsstoffe zeichnen dessen Besonderheit aus: reich an Vitaminen, Mineral- und Ballaststoffen enthält zudem kein anderes Naturprodukt mehr zellschützende Antioxidantien.

Matcha unterliegt allerdings keinen geschützten Lebensmittelbestimmungen. Matcha könnte also jeder Grüntee in pulverisierter Form sein – Lebensmittelhersteller nutzen dies (leider) aus. Die richtige (echte) hochwertige Qualität von Matcha erkennt ihr an der einzigartigen Farbe und dem feinen Pulver, das sich fast wie eine Creme verreiben lässt.

Bye, bye Kaffee! Matcha – der perfekte Wachmacher

Wir kennen das: die Wirkung von Kaffee setzt zwar schnell ein, flaut aber genauso schnell wieder ab. Oftmals trinken wir dann mehrere Tassen Kaffee am Tag und fühlen uns irgendwie ausgelaugt. Das Besondere an Matcha ist allerdings nicht nur, dass es fast doppelt so viel Koffein enthält, sondern dass der Inhaltsstoff L-Theanin (der nur im Tee vorkommt) die klassische Unruhe und den Bluthochdruck nach Koffeinkonsum vermeidet. Das Koffein wird also langsamer vom Körper aufgenommen und wirkt sechs bis acht Stunden – in Verbindung mit der konzentrationsfördernden Eigenschaft also die perfekte Voraussetzung für einen guten Arbeitstag.

Zubereitung eines Matcha-Tees

Die Zubereitung von einer Tasse Matcha-Tee unterscheidet sich von herkömmlichen Tee. Für die Zubereitung empfiehlt sich für den Einstieg 1/2 Teelöffel Matcha. Gebt diesen in eine große Schale oder Tasse und gießt etwa 80ml heißes Wasser (80 Grad!) darüber. Wichtig: das Wasser sollte eine Temperatur von 80 Grad nicht übersteigen, da sonst die Inhaltsstoffe des Tees zerstört werden und dieser bitter schmeckt. Wenn ihr keine Temperaturanzeige an eurem Wasserkocher habt, lasst es nach dem Kochen einfach 10min stehen und abkühlen. Nach dem Übergießen schlagt ihr den Matcha einige Sekunden mit einem Bambusbesen (Chasen) auf, so dass er sich optimal mit dem Wasser verbindet und der typische grüne Schaum entsteht. Funktioniert am besten mit einer sehr schnellen Handbewegung nur aus dem Unterarm (Handgelenk bleibt steif). Jetzt könnt ihr den Matcha entweder pur trinken oder mit etwas mehr Wasser und geschäumter Milch als Matcha Latte genießen. Ich bevorzuge letzteres (mit Hafer-Mandelmilch).

 

Darf es noch etwas verrückter sein?

Matcha geht auch am Abend! Wie wär’s mit Matcha Martini oder Matcha Pina Colada? Matcha schmeckt auch in Cocktails köstlich! Haben wir beim Workshop natürlich ausgiebig getestet (Don’t drink and drive!).

 

Matcha lässt sich allerdings nicht nur als Getränk genießen, sondern verleiht auch Gebäck das gewisse Etwas. Mit speziellen Matcha for Cooking-Produkten lässt sich inzwischen so gut wie jedes Koch- und Backrezept aufdonnern. 🙂

Ihr merkt schon: Matcha geht überall und auf Grund seiner gesunden Inhaltsstoffe und Wirkung ist der Hype um das grüne Pulver durchaus berechtigt.

Allerdings sollte man dabei nicht vergessen, dass Matcha ein einzigartiges und hochwertiges Produkt ist, das nur von wenigen Teebauern und überwiegend noch von Hand geerntet und hergestellt wird. Dies schlägt sich natürlich auf den Preis nieder, den ich auf Grund der Qualität aber gerechtfertigt finde.

Ich genieße und schätze Matcha sehr und trinke ihn deshalb nur in Maßen. Am liebsten übrigens den Matcha Horai von aiya.

 

 

Neben dem Matcha-Workshop gab es übrigens auch exklusive Foto- und Foodstylingtipps von Fotografin Claudia Goedke. Mehr über Food-Fotografie und behind-the-scenes Einblicke demnächst hier. 🙂

 

matchaday16

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7 Kommentare

  • antworten
    Ela
    9. Februar 2016 um 15:29

    Matcha finde ich auch total super, bereite ihn daheim aber kaum zu. Hab schon deine Fotos vom MatchaDay bewundert, so viel Kreativität im Umgang mit dem grünen Pulver beim Event, wow!
    Liebe Grüße,
    Ela

  • antworten
    Mari
    18. Februar 2016 um 08:40

    Vielen Dank für den schönen Post und die wundervollen Fotos sowie den Einblick in den Matchaday16.
    Den Horai von Aiya würde ich auch gerne mal probieren.
    Liebe Grüße,
    Mari

  • antworten
    Corinna
    14. April 2016 um 15:33

    Hallo liebe Aileen,
    das hast du wirklich sehr schön geschrieben und wunderbar fotografiert! Da bekomm ich gleich Lust, es doch nochmal auszuprobieren. Aber leider sind meine bisherigen Versuche mit Matcha nicht ganz do glücklich ausgefallen, nicht besonders lecker, selten so hübsch wie auf den Bildern und mit dem Wachmachen bin ich mir auch nicht so sicher. Aber es stimmt schon, dass der 1. Kaffee auch nicht gerade ein Genuss war. Manchmal muss man das ja einfach lernen und ich geb dem Match vielleicht doch noch eine Chance. 🙂

    Alles Liebe,

    Corinna
    http://www.kissenundkarma.de

  • antworten
    Madlén Bohéme
    2. Mai 2016 um 13:08

    Wundervoller Post und so tolle Fotos…ich persönlich stehe sehr auf Match…vor allem als Getränk mit Hafermilch! Er pusht einen so schön und schmeckt mir auch. Natürlich werden manche Super Foods zu krass beworben…man will vor allem daran Geld verdienen. Oft gibt es eine regionale Alternative, anstatt es zu importieren.

    Liebst,

    http://www.madlenboheme.com

  • antworten
    Tamina
    15. Juni 2016 um 14:23

    ich hatte von dem hype jetzt gar nicht so viel mitbekommen, aber interessant um zu lesen 🙂

    du schreibst übrigens sehr schön. ist einfach zu lesen und auch unterhaltsam.

    • antworten
      minzgrün
      15. Juni 2016 um 14:28

      Vielen Dank. Das Kompliment geb ich gern zurück! 😉

  • antworten
    Micha
    15. Juli 2016 um 22:22

    Hi!

    Ich mag Matcha total gerne. Neben Chia tatsächlich das einzige Superfood, welches ich bewusst kaufe und es auch gerne im Schrank stehen habe!

    Ich wusste nicht, dass der Name nicht geschützt ist. Das ist eine interessante Info. Ich habe letztens aus Neugierde günstigen gekauft und er macht bei weitem nicht die herrliche Farbe. Er hat selbst in Reismilch, die ja blütenweiß ist, einen ganz leichten Grauschimmer.

    Übrigens habe ich eine Japanerin mal getroffen, die total irritiert geguckt hat, dass ich ihn so trinke. Sie erzählte, dass er in Japan hauptsächlich als Farbstoff verwendet wird. In Keksen, Kuchen und anderen Candies. Das War echt lustig!

    Grüße
    Micha

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