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Rezension: das slowly veggie! Magazin

slowly veggie Rezension

Im Juli erschien die 2. Ausgabe vom slowly veggie! Magazin mit einer Auflage von 70.000 Exemplaren. Grund genug, es mal genauer unter die Lupe zu nehmen.

„Vegetarisch kochen für die Seele“ – auf 147 Seiten findet man ganze 68 Sommerrezepte (eigentlich 71), die in vegetarische und vegane Kategorien unterteilt sind. Was das slowly veggie! Mag auszeichnet, ist ohne Zweifel das Layout und die anregenden Rezeptfotos. Hier wird großformatig und mit Liebe zum Detail gearbeitet: das Rezept findet zentriert auf einer ganzen Seite Platz, das Foto auf der gegenüberliegenden Seite ebenfalls. Alles wirkt sehr luftig, frei und dadurch schon wieder edel und modern.

Mögliche unbekannte Zutaten sind magenta-farben markiert und werden darunter kurz näher beschrieben; weitere Infos oder Alternativen jeweils gelb.
Ein weiterer Pluspunkt ist ohne Zweifel die kaum vorhandene Werbung. Ich hatte noch kein Magazin in der Hand, das gerade mal 2 (!) Werbeanzeigen enthält. Apropos in den Händen halten – hier wird auf dickes, festes Papier gedruckt, das nicht sofort beim Umblättern einreißt, das beim Ausprobieren und Nachkochen in der Küche auch Spritzer verkraften kann, die Tinte nicht weg läuft und man nicht mehr lesen kann, wie viel Mehl man jetzt nehmen soll. Ja, ich finde das bei Food-Mags durchaus wichtig!


Zum Inhalt: nach einem kurzen Editorial schließt sich eine Übersichtsseite der „Grünen Küche“ mit wichtigen, interessanten Zutaten an, die kurz erklärt werden. 36 vegetarische und 15 vegane Rezepte folgen – von Salaten, Marinaden, Foccacias und Suppen bis hin zu Dips und Süßem. Definitiv eine Bereicherung für jede Küche. In der dazwischen liegenden Kategorie „Netzwerke“ werden drei internationale Food-Blogger bzw. Gourmets mit einigen ihrer Rezepte (10) vorgestellt. Die Rubrik „unterwegs“ ist interessant, fühlt sich allerdings fast schon unnahbar an. Hier werden mit wenigen Zeilen Kochschulen und -kurse der ganzen Welt vorgestellt, von Berlin über Indonesien bis Peru und gern mal mit Preisen von 660 Euro pro Wochenende geworben. Weitere 10 Dessertrezepte schließen sich an. Das diese nicht mit in die vegetarischen/veganen Kategorien mit eingegliedert wurden, finde ich persönlich schade. Den Abschluss der Zeitschrift bildet eine Doppelseite mit Inspirationen bzw. Produkten für die eigenen vier Wände. Auch hier ist preislich alles dabei – von Kräutersäften für 1,60 Euro bis hin zum Stylo-Grill für 1.450 Euro.

Fazit: Die Rezepte sind mal mehr, mal weniger ausgefallen und registeranspruchsvoll. Hier wird ganz klar auf den Wohlfühlfaktor und weniger auf den Geldbeutel geachtet. Die vegetarischen Rezepte lassen sich im Handumdrehen in vegane Speisen umwandeln. Sehr gut sind allerdings die angegebenen Nährwertinformationen und Zubereitungszeiten.
Vom Titel des Magazins gehe ich davon aus, dass die Grundidee darin liegt, den Umstieg auf diese Ernährungsform langsam (slowly) zu schaffen bzw. sich von diesen veggie Rezepten inspirieren zu lassen und mal Gemüse oder Obst statt ein Steak auf den Grill zu legen. Dies gelingt zweifellos durch die überzeugenden Rezeptfotos. Redaktionell gesehen fehlen mir hier allerdings die Hintergründe, mehr zum Thema Vegetarismus und Veganismus. Vielleicht mehr zum Thema gesunde Ernährung, schließlich ist das Thema mit den Vorurteilen und Mangelerscheinungen bei Neueinsteigern noch weit verbreitet. Leider kommt das Magazin recht „anonym“ daher. Niemand stellt sich vor, es wird lediglich von „Ihre(n) veggies“ gesprochen. Der Preis von 4,95 Euro ist, in Anbetracht der vielen Rezepte, den Fotos, der qualitativ hochwertigen Optik und der wenigen Werbung für ein vierteljährlich erscheinendes Magazin mehr als angemessen.
Also: Kaufempfehlung, wenn ihr mal wieder neue, gesunde Sachen ausprobieren wollt und Spaß am Kochen habt.

(Fotos von hubert-burda-media.de)

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